Stefan Etzel   6.1.2000
Hermann Dänner
* 23.9.1929 + 25.3.1997




Ich hatte das Glück, Hermann Dänner in seinen beiden letzten Lebensjahren noch kennenlernen zu dürfen. Anfang Januar 1996 rief er mich an, um mir - als dem Obmann für historische Grenzsteine im Altkreis Schlüchtern - bestimmte Mitteilungen über alte Grenzsteine zu machen. Wir trafen uns bald darauf und ich begegnete einem Mann von profundem Wissen über Natur und Kultur unserer Heimat, der seine Kenntnisse hinter einer "Maske der Bescheidenheit" verbarg. Es dauerte eine Weile, bis er damit herausrückte, daß er schon lange eine Reihe von Wanderungen entworfen hatte, die dem Interessierten unsere Heimat aus den verschiedensten Blickwinkeln nahebringen sollten. Wir beschlossen, gemeinsam ein Bergwinkel-Wanderbuch herauszubringen, trafen uns immer wieder, um uns abzustimmen, gingen gemeinsam hinaus, um interessante Plätze zu besuchen - da traf plötzlich und unerwartet die Nachricht von Hermann Dänners allzu frühem Tod ein. In Nachfolge dieses Plans, habe ich eine seiner Wanderungen im Bergwinkelboten 1999 nachgezeichnet, weitere Wanderungen auf seinen Spuren sollen im Laufe der Zeit folgen.  Hermann-Dänner-Weg
 
 

 
Nachruf auf Hermann Dänner 

von Alfred Kühnert 
(Bergwinkel-Bote 1998)


Oft sind es ,,Fremde", die den Bergwinkel nicht nur als Wohnort erwählen, sondern sich diesem Stückchen Land als Heimat ganz hingeben. Einer von ihnen war Hermann Dänner.

Er wurde in Bad Homburg geboren, studierte in Frankfurt/Main Pädagogik, war kurze Zeit als Berufsschullehrer in Eschwege tätig und fand 1958 an den Beruflichen Schulen Schlüchtern eine Anstellung, wo er als Studiendirektor zum Leiter der kaufmännischen Abteilung aufstieg.

Bald erkannte Hermann Dänner im Schlüchterner Land zwei Aufgaben, denen er sich mit ganzer Kraft widmete. Das war einmal die Sorge um die Menschen, deren Lage er als Lehrer, Kreisjugendpfleger, Stadtverordnetenvorsteher und Mitarbeiter des Roten Kreuzes verbessern wollte. Hierfür fand er Dank und Anerkennung bei der Regierung und den städtischen Gremien.

Was ihm den Nachruf im Bergwinkel-Boten verdankt, war sein großes Interesse für die Heimatgeschichte und seine tiefe Liebe zur Natur.

Er, der im Bereich des alten Benediktinerklosters lebte, war gerne bereit, als Stadtführer auch Besuchern die Schönheiten und kulturellen Werke seiner Heimatstadt zu offenbaren. Zugleich war er stets bestrebt, die Gegebenheiten der noch halbwegs heilen Bergwinkelnatur zu erhalten und wenn nötig zu schützen. Er konnte sich über die Pflanzenwelt im alten Mauerwerk und das Leben in unscheinbaren Tümpeln freuen, für ihn waren die schattigen Wälder Dome, ein Baum nicht nur Holzlieferant und eine Basalt- oder Kalkkuppe kein Grund, die Majestät eines Berges zu beschädigen. Im Kalendarium des ,,Bergwinkel-Boten 1992" ließ er unter dem Titel ,,Kostbarkeiten des Bergwinkels" die Flora und Fauna des oberen Kinzigtales lebendig werden. Der Umweltpreis und die Ehrenmedaille des Main-Kinzig-Kreises waren eine äußere Anerkennung des Lebenswerkes dieses Naturfreundes.

Und wenn ein Wanderer sich über das Taumeln eines bunten Schmetterlings, den gleitenden Flug eines Roten Milans und das Huschen einer Eidechse freuen kann, wenn er voll Bewunderung eine blühende Bergwiese in sich aufnimmt und vielleicht sogar noch ein paar seltene Orchideen darauf entdeckt, dann ist dies auch dem Naturschützer Hermann Dänner mit zu verdanken.
 

 

 

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