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Ulrich
von Hutten Ludwig
I. & Lola Montez Julius
von Plänckner |
Athanasius
Kircher
1602-1680
Ein barocker Universalgelehrter aus der Rhön |
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Nimmt
es Wunder, daß der erste Forscher, der sich aus wissenschaftlicher
Neugierde in den Krater eines Vulkans wagte, ein Rhöner war?
1637/38 erlebte der Jesuitenpater Athanasius Kircher aus Geisa im Ulstertal auf einer Reise mit dem hessischen Landgrafen durch Süditalien das Aufbrodeln der "Unterirdischen Welt", so der Titel eines seiner späteren Werke: Auf Sizilien waren sie Augenzeugen, als Ätna und Stromboli ausbrachen, gerieten in Kalabrien in das schwerste Erdbeben seit Menschengedenken, sahen den Untergang der Insel St. Euphemia. Als die Reisegesellschaft Neapel erreichte, drohte auch der Vesuv auszubrechen. Eilends erklomm der 35-jährige Forscher den Berg und seilte sich mit unerschütterlichem Gottvertrauen in den Krater des rumorenden Vulkans ab, um sich sein eigenes Bild zu machen.
In dieser
Situation war Kircher - der vor den Wirren des Dreißigjährigen
Krieges aus Deutschland geflohen war - 1633 als Professor für Mathematik,
Physik und orientalische Sprachen an die Jesuitenuniversität nach
Rom berufen worden. Anders als viele Kollegen, die sich dem einsetzenden
Spezialistentum verschrieben, blieb Kircher Universalwissenschaftler
alter Schule, den buchstäblich alles interessierte, was sich zwischen
Himmel und Erde als Gottes Schöpfung offenbart. Besonders faszinierte
ihn das Wirken unsichtbarer Kräfte und er betrat die Bühne
der wissenschaftlichen Welt mit einer Arbeit über den Magnetismus,
in welchem er jene Kraft erkannte, die die Welt im Innersten zusammenhält.
Im magnetischen Dualismus sah Kircher das Universalprinzip, mit dessen
Hilfe sich durch Analogiebildungen die gesamte Erscheinungswelt erschließen
ließe. Von der praktischen Anwendung des Magnetismus auf den verschiedensten
Gebieten der Technik kommt Kircher auf dessen Wirken in Flora, Fauna
und Sternenwelt und spannt den Bogen bis hin zu den polaren Spannungen
in Musik und Liebe, um schließlich Gott als den zentralen Magneten
des Universums zu bestimmen, den "Universalen Magier", in welchem sich
die Bipolarität aller Dinge in der Vollkommenheit einer die Gegensätze
versöhnenden Harmonie auflöst.
Kircher hat seine Rhöner Heimat nie wiedersehen dürfen, mit der er gleichwohl in brieflichem Kontakt blieb. 1665 erwirkte er persönlich bei Papst Alexander VII. einen Ablaß für die heutige Friedhofskapelle seiner Heimatstadt Geisa auf dem Gangolfiberg, in welcher er getauft worden war. Zugleich übersandte er die Reliquien von 14 Heiligen, um Geisa ein Gegengewicht für die einsetzende Nothelferverehrung auf dem Gehilfersberg im benachbarten Rasdorf zu verschaffen (s. Tour 17). Anmerkung:
Dieser Text war für das Rhön-Wanderbuch
vorgesehen und mußte dann aus Platzgründen entfallen.
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Kircher-Links:
Kircher
Links - unter besonderer Berücksichtigung der Geowissenschaften
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