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    August Trinius 1851 -1919

August TriniusDer vielgelesene Wanderschriftsteller der Kaiser-Wilhlem-Zeit leitete 1890 durch sein Rennsteigbuch den Ansturm des Bildungsbürgertums auf den thüringer Höhenpfad ein. 
 
 
Trinius ließ sich gerne als "Wiederentdecker" des Rennsteigs feiern, für den er übrigens stets die südwestthüringische Form Rennstieg verwandte. Seine darauf gegründete Popularität als Wanderbuchautor brachte ihm auch den Titel eines Geheimen Hofrats ein, den ihm einer seiner größten Verehrer, der Herzog von Sachsen-Coburg verlieh.  

Trinius traf genau die Stimmungslage der Zeit, indem er den "geheimnisvollen Weg" auf dem thüringer Gebirge als ehrwürdiges Geschichtsdenkmal feierte, dessen Erwanderung er zugleich als Pioniertat zweier Blutsbrüder schilderte, die manchen Krug unterwegs leeren. Es war die Zeit, als Karl May erste Erfolge feierte und Deutschlands Drang nach Kolonien allenthalben eine abenteurlustige Stimmung weckte. Da kam Trinius' Schilderung einer Rennsteigwanderung als bürgerlich temperiertes Freizeitabenteuer gerade zupaß, zumal fern der Städte in luftiger thüringer Höhe noch manches Rätsel der Entziferung harrte.  

Der geschichtsträchtige Nimbus des Rennsteigs übte speziell auf das Bildungsbürgertum seine Faszination aus. Lehrer, Professoren, Sprach- und Heimatkundler folgten bald den Spuren Trinii und als Ludwig Hertel am 3. Oktober 1892 seinen Aufruf zur Gründung eines Rennsteigvereins ins Gästebuch des Waldhauses Weidmannsheil schrieb, huldigte er dem Rennsteigpionier mit seinen "Neuen Casusregeln": 
 

    "Wer riet zu diesem Hochgenuß,   
    der Rennsteigfahrt? Doch Trinius!  

    Oh Wandersmann, Du irrest nie,  
    folgst Du der Weisung Trinii!  

    Drum lieber Freund, ruf' mit mir froh:  
    Ein Hoch dem edlen Trinio!  

    Auf allen Pfaden grad und krumm  
    gedenken wir an Trinium.  

    Oh Trini, sollst gepriesen sein  
    von Hörschel bis nach Blankenstein!  

    Von wem begeistert dicht' ich so?   
    Doch nur von August Trinio! 

Dieser konnte 20 Jahre später schreiben: "Als mein Buch über den Rennstieg erschienen war, begannen weitere Kreise wieder auf Thüringens wundersamen Höhenpfad aufmerksam zu werden. Alfred Roßner, der so früh Verewigte, schrieb ein fröhliches Büchlein, anknüpfend an das meine. Er war es, der zuerst den Felsen auf der Schwalbenhauptswiese als "Porphyr Trinii" bezeichnete. ... Seitdem stürmen, wenn die Pfingstglocken durch deutsche Lande läuten, Männlein und Weiblein in froher Geselligkeit über den Rennstieg hin". 
 

Erinnerungen auf dem Rennsteig:  

  • "Triniusrast"  (2. Tag, km 7)
  • Tafel mit Trinius' Rennsteiglied in der Schutzhütte Nesselberg         (4. Tag, km 3) 
  • "Triniusstein" (6. Tag, km 6) 
  • außerdem: Triniushütte, ein Lokal oberhalb von Rauenstein, 10 km südlich von Limbach am Rennsteig (Zielort 6.Tag).

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Texte von August Trinius im Projekt Gutenberg

  

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