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Biographien Ulrich
von Hutten
Ludwig
I. & Lola Montez Julius
von Plänckner |
Alles geht letztlich auf Markgräfin Wilhelmine zurück, die theaterbegeisterte Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, die Friedrich "den Vielgeliebten" von Bayreuth geheiratet hatte. Dieser erfüllte ihr 1748 einen Herzenswunsch mit dem Markgräflichen Opernhaus, heute das schönste erhaltene Barocktheater der Welt - und bis 1871 größte Bühne Deutschlands. Dies war es, was in nämlichem Jahre der Gründung des zweiten deutschen Reiches Richard Wagner nach Bayreuth zog. Umgehend begann er mit dem Bau seines noch viel größeren Festspielhauses, das vom Ursprungsgedanken her eigens zur Aufführung des Nibelungenrings konzipiert war - einem Werk, das seine Schatten bis auf die "Götterdämmerung" des Dritten Reiches werfen sollte.
Aus der Musik allein ließe sich das "Phänomen Wagner" kaum deuten. Sein Bild als epochaler Komponist verdeckt im allgemeinen Bewußtsein seine Leistung als Schriftsteller und Dichter, der nicht nur kunsttheoretische und politische Schriften verfaßte, sondern auch die Textdichtungen seiner "Opern", die er als musikalische Dramen verstand. Der Ursprung von Wagners Wirkung liegt in diesen seine Sozialphilosophie in einen Mythos wandelnden Dichtungen, die ihre eigentliche Wirkung erst in der Musik entfalten und darin trefflich - wegbereitend dem Inhalt - den Ton der Zeit trafen. Zur Zeit der Reichsgründung tritt im Wagnerschen "Gesamtkunstwerk" aus dem Kampf von Licht und Dunkel das sich selbst suchende Volk auf den Plan. Der Entschluß Siegfrieds, des "neuen Menschen", mit der Macht der Väter zu brechen, um sich selbst zu finden, endet im Untergang, der Götterdämmerung. Welche Folgen sein Werk zeitigen sollte, konnte Richard Wagner nicht ahnen, der "als Musiker, als politisierender Schriftsteller sowie als Persönlichkeit schlechthin das unvergleichliche Bildungserlebnis Hitlers war. Aus der Personnage von Heilsbringern, weißen Rittern und Erlösern, die das Werk des Komponisten bevölkern, formte Hitler sich, undeutlich zunächst, aber dann mit zunehmender Gewißheit, seine Retterrolle, dies alles vor dem Prospekt eines Weltbildes, das erfüllt war von germanischen Untergangsstimmungen und dem Rausch der Katastrophe, süchtig gleichsam nach Götterdämmerungen" (Joachim Fest). Die Festspiele haben den Untergang des Tausendjährigen Reiches überlebt, denn "Bayreuth ist", wie der altersweise Albert Schweitzer bemerkte, "nicht Musik, sondern Erleben einer Ergriffenheit und Erhebung durch die Ideen über das Menschendasein, die in den Dramen Richard Wagners Gestalt angenommen haben." |