Sprachevolution 2  Stefan Etzel            27.8.98
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Fortsetzung von Wie Sprache unter dem Druck der Eiszeiten entstand 

Das Schwellenproblem
Das evolutionäre Problem, das sich bei der - durch darwinsche Selektion gesteuerten? - Herausbildung von Sprache selbst in simpelster Form stellt, ähnelt dem bei der Anpassung von Dinosaurier-Vordergliedmaßen ans Fliegen (Entstehung der Vögel): Ein paar mehr Federn allein - ursprünglich zur Wärmeisolation gedacht - haben den Trick wohl nicht schaffen können. Es bedurfte einer Menge von Spezialisierungen, um wenigstens ein bißchen fliegen zu können. Wie wurden diese Anpassungen erworben, wenn die Evolution keine Voraussicht kennt - i.U. zum Schöpfergott als Erklärungsmodell - und v.a., wenn die notwendigen Zwischenschritte keinen unmittelbaren Nutzen brachten? 

 In ähnlicher Weise bedarf es einer Menge von Spezialisierungen, um wenigstens ein bißchen sprechen zu können. Nirgendwo im Tierreich gibt es "simple Sprachen" als Zwischenstadium zwischen tierischer und menschlicher Kommunikation. Es würde uns ja nicht weiter verwundern, wenn Schimpansen - mit etwas schwerer Zunge vielleicht - mittels 50-100 Ding-, 20 Tu- und einer handvoll Eigenschaftswörtern prächtig kauderwelschen könnten, etwa so, wie ich mit meinem Touristentürkisch. 
Aber sie tun es einfach nicht, sondern begnügen sich mit rund 30 Huuuh-, Bell-, Grunz- und Quietschlauten, um ebensoviele innere Zustände mitzuteilen (beweisen bei entsprechendem Training aber, daß sie simple Symbolsysteme handhaben könnten, wenn sie dazu gezwungen wären). Niemals verweisen sie auf Vergangenes oder Zukünftiges, für Gegenwärtiges haben sie keine Namen, niemals kombinieren sie ihre Rufe, um neue Inhalte auszudrücken. Es findet sich einfach nichts, was an Wörter unser Sprache erinnern würde, von Syntax ganz zu schweigen. 

Damit kommen Menschenaffen seit Millionen von Jahren prima klar - nur der Affenmensch scheint ein große Schwierigkeiten geraten zu sein. Nur eine tödliche Bedrohung erklärt die ungeheuere evolutionäre Anstrengung, die es bedeutete, ein menschliches Gehirn zu entwickeln, das viermal mehr Energie verbraucht als das Affengehirn mit dem Ergebnis, daß nun 2% der Körpermasse 20% (statt 5%!) des Energiebedarfs auffressen (kein Wunder, daß die Backenzähne schrumpften...).  - und das als herausragende Fähigkeit Sprache (und später Mathematik und Kunst) hervorbrachte. Das eigentliche "Sprachorgan" ist das menschlicher Gehirn! 

Eine der im Tierreich sonst nirgends zu beobachtenden Leistungen, die das menschliche Gehirn vollbrachte, war die Ermöglichung von offline-Denken - der Fähigkeit, Abstand zu sich selbst wie zur Außenwelt zu gewinnen, um diese nicht mehr nur qua instinktiver Reaktionen zu repräsentieren, sondern durch Symbole, die auch ohne äußeren Reiz Vorstellungen und Konzepte im Geiste aufrufen können. Dort reflektieren sie gewissermaßen die Welt - und ermöglichen so dem Subjekt, über diese zu reflektieren. 

Wozu soll das gut gewesen sein, um eine Vervierfachung der Energiekosten für mentale Aufgaben als Erfolgsrezept durchgehen zu lassen? 

Von den "harten" Fakten her steht die Gehirnexpansion des Menschen offenbar in Zusammenhang mit den dramatischen Umweltveränderungen, die vor rund 2.5 Mio. Jahren einsetzten, dem Zyklus der Eiszeiten. Die Gletscher drangen periodisch zwar nur bis in unsere Breiten vor, die dadurch ausglösten Klimaveränderungen erreichten aber auch Afrika. Dort, in der Urheimat des Menschen, wichen dann die Urwälder mehr und mehr der Savanne - in welcher jetzt viele Australopithecus-Populationen ihr Auskommen finden oder untergehen mußten. Das Thema "Futter" dürfte bei der Herausbildung von Sprache und Gehirn eine herausragende Rolle gespielt haben. 

In bestimmten Wissenschaftlerkreisen, die sich gern in englischen Pubs treffen, wird zwar der soziale Ursprung der Sprache betont (Fortsetzung des Fellgraulens als dem emotionalen Kitt der Gemeinschaft mit den Mitteln von Klatsch und Tratsch ), aber der entscheidende Evolutionsdruck kann einfach nicht gewesen sein, daß den Leuten das Fell juckte, sondern daß ihnen der Magen knurrte. 

Wenn wir alles "zusammenkratzen", was wir zur Zeit wissen, um uns ein Bild von der Zeit zu machen, als Sprache möglicherweise ihren Anfang nahm, kommen wir auf folgende Hauptpunkte: 

  • vor rund 2.5 Mio Jahren setzten die Eiszeiten ein; Rückgang der Wälder in Afrika, Ausbreitung von Graslandschaften: dramatische Verknappung des gewohnten Futters; 
  • neben den aufrecht gehenden Affenmenschen tauchten neuartige Hominiden auf, die in evolutionär kürzester Zeit das doppelte Gehirnvolumen entwickeln; 
  • bewußte Werkzeugherstellung setzt ein; 
  • Der Größenunterschied zwischen Männern und Frauen verringert sich von rund 50% auf unter 20% wie beim heutigen Menschen - ein biologisches Indiz für eine veränderte Gesellschaftsform: geringere Konkurrenz zwischen Männchen aufgrund stärkerer Paarbindung zwischen den Geschlechtern; 
  • die Kindheit verlängert sich (längeres Lernen auf Kosten längerer elterlicher Fürsorge); 
  • die Backenzähne werden kleiner, was darauf deutet, daß nicht mehr so viel hartes Savannengras gekaut wird, sondern eine neue Nahrungsquelle aufgetan wurde: 
  • Fleisch muß einen wichtigen Anteil an der Ernährung gewonnen haben (auch bei schlechtem Klima reichlich vorhanden, v.a. auch im Winter); 
  • das Teilen von Fleisch muß aufgekommen sein - zusammen mit einem dramatischen Wandel der Sozialstruktur
Irgendwo im Zusammenspiel dieser Elemente eines Szenarios tauchten die Anfänge von Sprache auf. Ihre enormen Gestehungskosten in Form eines verdoppelten (und später noch einmal verdoppelten) Gehirns können sich nur gerechnet haben, wenn nur so einer tödlichen Bedrohung begegnet und das Überleben der Art gesichert werden konnte. Es ist daher kein schlechter Ausgangspunkt, Sprachentstehung zunächst versuchsweise einmal in den Kontext der Nahrungsbeschaffung zu stellen. 

Was war das Problem, das unsere Vorfahren beim Einsetzen der Eiszeiten bekamen, das nur durch eine revolutionäre Verbesserung der Kommunikationstechnik in den Griff zu bekommen war? Es war die dramatische Verknappung des gewohnten Früchte- und Grünfutterangebots mit dem Zwang, daß sich eine gleichgroße Horde nun aus einem rund ^zehnfach größeren Gebiet ernähren mußte. Man muß sich vorstellen, daß mit dem Einsetzen der Eiszeitzyklen vor rund 2.5 Mio Jahren nun periodische Klimawechsel auftraten, die so abrupt sein konnten, daß es u.U. in nur einem Jahrzehnt zu katastrophalen Verschlechterungen der Überlebensbedingungen kommen konnte. Es war die sprichwörtliche Vertreibung aus dem Paradies. 

Eine der gravierendsten Auswirkungen war - neben der Ausbreitung der Savannen mit ihrem schwerverdaulichen Hartgras - die zunehmende Bedeutung des Jahreszeitenwechsels, insbesondere das für überwiegend vegetartisch lebende Nahrungssammler fatale Ausgesetztsein im Winter, wo Fleisch fast das einzige Nahrungsmittel blieb. Fleisch ist ein erstklassiges Nahrungsmittel, extrem reich an Nährstoffen und sehr gut verdaulich. Um diese seinerzeit schier unerschöpfliche Nahrungsreserve anzuzapfen, mußten unsere Vorfahren freilich erst über ihren Schatten springen - und ihren Ekel vor Aas überwinden. 
Schimpansen fressen zwar gerne, wenn auch nur gelegentlich,  frisch gefangene Waldferkel o.ä., aber wenn das Fleisch nicht mehr blutwarm ist, lassen sie das Aas angewidert liegen. Unseren Vorfahren muß der Magen so geknurrt haben, daß sie diese Ekel-Schwelle überwanden (was zu unerwarteten Weiterungen führte). 

Es muß überhaupt eine Zeit gewesen sein, in der viel über den eigenen Schatten gesprungen wurde: 

  • Aas wird als Nahrung akzeptiert; 
  • dominante Männchen verringern ihren Machtanspruch; 
  • Weibchen akzeptieren einzigen Partner; 
  • Nahrung wird aufbewahrt und geteilt; 
  • Früher oder später wurde sogar die Urangst vor dem Feuer besiegt.
----All dies trägt dazu bei, daß die Gruppe (und damit der Einzelne) unter extremem Streß überlebensfähig bleibt, Stichwort: Reziproker Altruismus - Eine Hand wäscht die andere. zum Seitenanfang

Im Anfang war das Wort - die symbolische Schwelle 
Syntax, das "Stellungsspiel" der Wörter, ist für Linguisten der Echtheitsstempel für Sprache. Daher interessieren sie sich auch nicht besonders für deren Ursprung, da es da noch keine Syntax  gegeben haben kann. Erst wenn die Spielfiguren geschaffen sind, können Regeln für ihr Zusammenspiel greifen . Zuerst muß es überhaupt Symbole (Wörter) geben, bevor deren "Satzstellung" eine Rolle spielen kann (im Fall von Sprache: die entscheidende) . 

^^Am Anfang der Sprachentwicklung stand daher etwas, was mit Sprache in unserem Sinne und ihrer Kommunikationsfunktion  zunächst gar nicht so viel zu tun gehabt haben muß, die Bildung geistiger Konzepte, die über das hinaus gehen, was zur Auslösung einer Instinktreaktion ausreicht. Erst wenn die stehen, kann ein Symbol modelliert werden. 
Man könnte hier auch zwischen Konzepten und Perzepten (^Wahrnehmungseinheiten) unterscheiden (Bickerton ´90/27)- ein weiterer Grund, warum Sprache sich nicht aus der Tierkommunikation entwickelte: Eine Meerkatze stößt den Warnruf  für "Leopard" nur beim Anblick eines solchen aus. Es ist unwahrscheinlich, daß das Äffchen jemals sonst an Leoparden denkt (dann wäre u.U. unmotiviertes, "schizophrenes" Fluchtverhalten zu beobachten). Käme es in eine Situation wie unsere Vorfahren, daß ein sehr viel größeres Gebiet als gewohnt eine gleichgroße Gruppe ernähren müßte, wobei das Gebiet nur durch zeitweise Aufteilung in kleinere Trupps "bewirtschaftet" werden könnte, dann wäre die Benennung von Feinden ein mächtiger Vorteil. Bei Tagesaufbruch ließe sich z.B. den anderen warnend mitteilen, daß in der eingeschlagenen Richtung neulich ein Leopard sein Unwesen trieb. 

Wie wollte das Äffchen das machen? Natürlich würde es in die betreffende Richtung gestikulieren und den Leopardenruf ausstoßen. Richtig? -- Dann säßen die Weggenossen im nächsten Moment in den Bäumen! Das Wort für Leopard muß sich also zunächst einmal deutlich vom Alarmruf unterscheiden, um kein instinktives Verhaltensmuster auszulösen. Zum anderen aber muß es auch eine andere geistige Institution aufrufen als der Alarmruf, nämlich eine Vorstellung, ein Konzept vom Leoparden, das man im Geiste aufrufen kann ohne eine automatische Reaktion auszulösen. Dann erst läßt sich z.B. über eine Strategie nachdenken. zum Seitenanfang

offline-Denken als Voraussetzung für Symbolgebrauch
Um zu verstehen, was an der Wurzel des menschheitlichen Spracherwerbs vor sich ging, ist die Unterscheidung zwischen dem gewöhnlichen online-Denken der Lebewesen (unmittelbare Erfahrungsverarbeitung mit direkter Reaktion) und dem offline-Denken notwendig, das allein uns Menschen möglich scheint: Reflektion über etwas in dessen physischer Abwesenheit (bis hin zur Beschäftigung mit abstrakten oder sogar absurden, niemals beobachteten Dingen, wie  dem Einhorn z.B.). 


Und das Wort ist Fleisch geworden 
Aber wie? Das ist eines des bestgehüteten Geheimnisse der Schöpfung. Dabei ist das Kernproblem vielleicht noch nicht einmal so sehr: wie stammelte der erste Australopithecus, Homo habilis oder erectus ein Wort, sondern: wie kamen die anderen dazu, es zu verstehen? 

Die Art des Prozesses, der dabei stattgefunden haben muß, läßt sich vielleicht aus dem Bericht des deutschen Missionars Diedrich Westermann erhellen, der vor rund 100 Jahren in Westafrika spontane Wortschöpfungen bei Sprechern der Ewe-Sprache beobachtete : Auf seinen Reisen mit Eingebornen hatte er immer wieder erlebt, wie diese für auffällige Erscheinungen "sogleich einen Ausdruck bereit haben, der von den Anwesenden durch Wiederholung oder durch ein Schmunzeln als zutreffend quittiert wurde" (Hervorhebung SE). So konnte es sein, daß jemand "Ndondelodelodo" ausrief, als eine Schlange über den Weg schlängelte und die anderen lachten und riefen auch "Ndondelodelodo". Wenn der Ausdruck dagegen nur ein müdes Lächeln hervorrief, war das Schicksal des Neuwortes besiegelt. Wenn es jedoch als besonders zutreffend empfunden wurde, konnte es sein, daß dieses "Lautbild", wie Westermann die spontanen Wortschöpfungen nannte, bei nächster Gelegenheit wiederholt wurde, vielleicht im Dorf, wo andere ebenso zustimmend reagierten - und vielleicht wurde es sogar ein "Hit" und hielt Einzug in den Wortschatz des Stammes. Westermann sprach ausdrücklich von der "Popularität" eine Lautbildes als Voraussetzung für seine Weiterverbreitung und seinen möglichen Eingang ins Sprachsystem. Ein Beispiel für ein solches "Überleben des Tüchtigen" war z.B. das Wort "dabodabo",  das als Lautbild für wackelige Bewegungen entstand und allmählich ein neues Wort für Ente wurde (das andere, ältere war "kpakpa", eine Lautnachahmung, die auf ähnliche Art Allgemeingut geworden sein dürfte). 
 

Meme - die Viren des Geistes
Wenn eine Sprachgemeinschaft mit Lachen und Wiederholung ein Lautbild wie DABODABO in ihren Kreis aufnimmt, dann ist das ein Mem, die ^kleinste Einheit einer geistigen Struktur. Ähnlich wie ein Gen verbreitet es sich durch Duplikation (hier: Imitation) und Auslese besonders überlebenstüchtiger Exemplare. 

Nur aus memetischen Zusammenhängen heraus wird die Entstehung von Sprache als Ausbreitungsvorgang verständlich. Es reichte ja nicht ein Genie aus, das die ersten Wörter erfand, die anderen mußten diese ja auch verstehen. Erst dann begann Sprache. 
 
 
 

Meme - die kulturellen "Gene"
Journal of Memetics
Meme theorists on the web - Verzeichnis wichtiger online-Texte, z.B.: 
Mind Viruses (Am.Scientist) 
Without Miracles (Cziko) 
The Six Essentials? - W.H.Calvin ´97 

 


 
 

Das Beispiel spontaner Wortschöpfung führt uns an den Urquell von Sprache, die Benennung von Dingen durch klangliche Codes. Mit diesen muß Sprache irgendwie angefangen haben. 

Betrachten wir die Geschichte einmal aus dem Blickwinkel der 6 grundlegenden Komponenten einer Darwin machine (s. W.H.Calvin: The Six Essentials?): 

  1. es muß ein Muster geben (z.B. Ndondelodelodo), das 
  2. kopiert (Wiederholung=Akzeptanz durch andere Sprecher) 
  3. und i.d.R. variiert wird (z.B. Ndobelodelobo); 
  4. die Varianten konkurrieren
  5. Umweltbedingungen greifen (Akzeptanz durch Sprachgemeinschaft), die bestimmte Varianten bevorzugen; 
  6. überlebenstüchtige Varianten reproduzieren sich - eine Wortform hält Einzug ins Sprachsystem. 
Das kann man erstmal als ein brauchbares Modell nehmen. Theorien über den Sprachursprung gehen bis heute (Bickerton 1990; 1994) davon aus, daß ikonische resp. lautsymbolische Faktoren bei der Schaffung früher Wortformen eine große Rolle spielten. 

Dies kann sehr verschieden ausgesehen haben, je nachdem, ob man einen frühen oder einen späten Sprachursprung annimmt. 
Was wir heute als ikonische, abbildhafte sprachliche Elemente sehen, bezieht sich auf den Homo sapiens sapiens, der vor rund 40.000 Jahren seinen Siegeszug begann. Seine Höhlenmalereien stehen für sein Kulturniveau, dem man die Schaffung so abbildhafter Formen wie NDONDELODELODO für "Schlange", DABODABO für "Ente" usw. ohne weiteres zutraut. 

Wie aber sah es mit jenen affenartigen Wesen aus, die schon vor gut 2 Mio. Jahren mit primitivem "sprechen" begonnen haben könnten, wie es die faszinierendste und zugleich bestausgearbeitete Theorie nahelegt (Bickerton 1990; 1994), die wohlfundiert eine frühe Urform der menschlichen Sprache annimmt (Proto-Sprache), die mehr oder weniger aus kurzen Wortketten ohne Syntax bestand? 
Schon der frühe Homo erectus hat demnach sprachliche Symbole verwendet, obwohl sein Stimmtrakt und wohl auch die kortikale Kontrolle noch nicht in der Lage war, das Lautspektrum des Hss hervorzubringen. NDONDELODELODO konnten diese Wesen jedenfalls noch nicht sagen. 

Was zur Verfügung stand, waren erst einmal die schimpansischen Kreisch-, Bell-, Grunz- und Huuuhh-Rufe - und wie sollen die Symbole geworden sein? 

Auch wenn Sprache auf einer anderen mentalen und cerebralen Stufe angesiedelt ist als die Lautäußerungen unserer Vettern, so hat sie sich doch - phonetisch zumindest - aus ähnlichen Strukturen entwickelt. 
Wir müssen zunächst bedenken, daß wir uns ja nicht aus den Schimpansen heraus entwickelt haben, sondern einen gemeinsamen Vorfahren teilen, aus dem beide Zweige sich vor rund 7 Mio. Jahren heraus entwickelten. Unsere Vorfahren können also schon sehr früh - neben der Evolution des aufrechten Gangs - ein vokales Verhalten entwickelt haben, das sich auffallend von dem der noch äffischeren Vettern unterschied. Als Substrat für die verschiedensten Phänomene kann man mit gutem Grund annehmen, daß schon die Babys der frühen Australopithecinen mehr lallten, als dies heutige, vergleichsweise stumme, Schimpansenbabys tun. Und die Eltern erst... 

Wie können auf dieser Stufe erste Wörter entstanden sein? Und mit solchen muß die Sache angefangen haben: Lautstrukturen, die etwas im Geiste hervorriefen, das nicht anwesend sein mußte. 
Syntax mit all den höheren Funktionen war noch ein gutes Stück entfernt, zunächst ging es um die Bildung von Wörtern - Lautäußerungen, die über das angeborene Repertoire hinausgingen, um etwas bestimmtes zu bezeichnen. 

....
 

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20.7.98;  wird fortgesetzt. 
Themen, die noch behandelt werden sind u.a.: 

  • Symbol und Syntax als aufeinander folgende Stufen; 
  • Symbolformation als Ausgangsproblem des Sprachursprungs; 
  • Was hat die Vergrößerung des Gehirns für Folgen gehabt? 
  • Was ist ein Symbol?
  • Eiszeit als Schwelle und die genetische Pumpe
  • die 5 Schwellen: instinktiv; sozial (#); kognitiv; symbolisch; syntaktisch;
  • der Baldwin Effekt 
Spracherwerb in der Linguistik
 
 

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