Beispiele und andere Infos
 


anhören - erhören

  1. Sie hörte mich zwar an, aber sie erhörte mich nicht.
  2. Sie hat mich zwar angehört, aber nicht erhört - (statt: ergehört).
  3. Ich hoffe, daß sie mich anhört, er hört mich schon lange...
Waren wir nicht ganz schön helle, aus einem solchen Salat die richtigen Regeln zu erraten - oder sollten wir besser sagen: instinktiv zu erahnen? im zarten Alter von 2-3 Jahren. 
 

Bickerton 1996.77ff

es scheint z.B. eine unterschiedliche Verarbeitung sprachlicher Aufgaben je nach dem zu geben, ob eine Sprache entscheidend mit der Wortstellung arbeitet (isolierend, Englisch z.B., Chinesisch) oder aber mit veränderten Wortendungen usw. , wobei die Wortstellung freier sein kann (flektierend, Italienisch z.B.) ; s. Deacon 306f
Als sprachevolutionäres Problem ergibt sich hieraus die Frage, wie Grammatik im Gehirn der Spezies organisch geworden sein soll, wenn der Ausdruck der Vergangenheit z.B. je nach Sprachtypus von ganz verschiedenen Gehirngegenden verarbeitet wird, ohne daß sich eine Stelle angeben ließe, bei deren Verletzung z.B. jeder Mensch auf dieser Welt egal in welcher Sprache die Vergangenheitsform nicht mehr ausdrücken könnte. Oder ist das Gehirn als Ganzes das "Sprachorgan"?
 


Ausrufe in der Mittellinie über dem Corpus callosum (wie bei Menschenaffen), Sprache in den Spracharealen über und hinter dem linken Ohr (Calvin/Bickerton V/1ff; weitere #).
freilich gilt hier die Einschränkung, daß über subtilere Prozesse v.a. der Primatenkommunikation noch sehr wenig bekannt ist. Freilandbeobachtungen lassen vermuten, daß hier noch manche Überraschungen zu erwarten sind, die unsere Vorstellung von tierischer Kommunikation revolutionieren könnten, s. Leakey  1998.250.
 
 


Eine unter evolutionärer Perspektive interessante Frage ist die nach der zeitlichen Reihenfolge, in der die beiden Bienentänze entstanden:
 

  • spontan denkt man natürlich, daß sie nacheinander entstanden und zwar erst der simplere Kreistanz, dann der phänomenale Schwänzeltanz. Was hätte der Kreistanz dann aber schon besonderes ausdrücken sollen, außer daß halt Futter in der Nähe ist? Oder ist zunächst der Schwänzeltanz entstanden und dann erst der Kreistanz, als Vereinfachung des Systems sozusagen? Bei 80%iger Präzision des Schwänzeltanzes muß ohnehin in einem Areal gesucht werden, das vielleicht genauso groß sein kann wie der nähere Umkreis des Bienenstocks. Warum ist es dann für die Nahdistanz nicht einfach beim Schwänzeltanz geblieben?
  • oder sind beide Tänze miteinander entstanden, z.B. als Kreistanz, der für die Nahdistanz unidirektional, für die Ferndistanz dagegen bei jedem zweitenmal in entgegengesetzte Richtung ausgeführt wurde, so daß eine Acht entstand. Das Schwänzeln und andere Merkmale hätten dann im Laufe der Zeit dazu kommen können;
  • oder sind beide Tänze auseinander entstanden, z.B. aus einem etwas komplexeren Einzeltanz, der im Nahbereich zur Vereinfachung neigte, zur Angabe entfernterer Ziele aber zur Verfeinerung? 

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