Wann konnte der Mensch zum ersten Mal ein Feuer selbst
entfachen und nutzen? Diese Frage beschäftigt die
Archäologie seit Jahren. Verschiedene Studien gehen
davon aus, daß die Feuernutzung seit rund einer
Million Jahre möglich ist. Beweise für einen
früheren
Zeitpunkt als vor 300.000 Jahren sind aber kaum zu
finden.
Eine Grabungsstätte im chinesischen Zhoukoudian,
die
Peking Man Site, schien bislang eine Ausnahme zu
bilden. In tieferen Grabungsschichten haben Forscher
bereits vor 60 Jahren verkohlte Knochen- und Holzreste
entdeckt. Nach der Radiocarbonmethode sind die
Fundstücke 500.000 Jahre alt. Neueste Erkenntnissen
von Forschern des Weizmann Insitute of Science stellen
nun diesen Beweis für eine frühe menschliche
Feuernutzung in Frage. Denn die Archäologen konnten
keinerlei Ascheablagerungen entdecken, die auf ein
prähistorisches Lagerfeuer hinweisen würden.
Da die
Fundstätte der verbrannten Knochen zudem in einer
feuchten Region liegt, könnten sie auch deutlich
jünger sein und erst durch das vorhandene Wasser
in
tiefere Schichten gespült worden sein. Das Fehlen
von
Ascheresten könnte auch ein Zeichen dafür sein,
daß
die Fundstücke während eines natürlichen
Feuers
verkohlten. Der Zeitpunkt des
bedeutendsten
Zivilationsschritts in der Menschheitsgeschichte
bleibt also weiterhin im Dunkeln.
[Quelle: Jan Oliver Loefen, Science]