Die Touren
_________

Stadtwald
Saalburg
Grube Messel
Schultheiß-Weiher
Wilhelmsbad
Wetterau
Opel-Zoo
Seligenstadt
Rüdesheim
Oppenheim
Ronneburg
Münzenburg

 Buchinfo | HOME

bestellen

 

Ins Ronneburger Hügelland

Frankfurt - Bergen-Enkheim - Hohe Straße - Ronneburg - Herrnhaag - Calbach - Hainchen - Höchst - Kloster Engelthal - Maria Sternbach - Hofgut Wickstadt - Assenheim - Bruchenbrücken

Die schönste Burg im Frankfurter Umland? Nach dieser Tour dürften Sie für die Ronneburg plädieren: Gut erhalten und stilvoll restauriert, gewährt sie faszinierende Einblicke in fürstliche Wohnkultur der Renaissancezeit abseits der Residenz. Ganz in der Nähe besichtigen wir dann die Überbleibsel einer frommen Musterkolonie des 18. Jahrhunderts. Die Gegend scheint überhaupt dem gottgefälligen Leben entgegen zu kommen, denn ein Kloster und eine Wallfahrtskirche liegt noch auf unserem Weg, bevor wir entlang der Nidda wieder in die Gegenwart zurück radeln.

Start: Frankfurt Eckenheim/Preungesheim - Gießener Straße (U 5)
Ziel: Bruchenbrücken (S 6)
Streckenlänge: 71 km
Streckencharakter: überwiegend gut trassierte Forst- und Feldwege, 4 km schlechte Wegstrecke, 10 km Straße
Sehenswürdigkeiten: Ronneburg; Herrnhaag; Kloster Engelthal; Maria Sternbach; Hofgut Wickstadt
Einkehrmöglichkeiten: außerhalb der Ortschaften: Ronneburg (Mo/Di Ruhetag); Kloster Engelthal ("Reiterstube")

Kurzbeschreibung

Mitten aus Frankfurt ###

 

Hohe Straße

Über den Kamm des Höhenzuges zwischen Main und Wetterau verlief ein uralter Handelsweg, der so die sumpfigen Niederungen um das Kinzigdelta vermied. Funde am Wegesrand beweisen die uralte Bedeutung dieser Route seit der Steinzeit!

Da die seit dem Mittelalter so genannte ,,Hohe Straße", auf der auch der Messeverkehr zwischen Frankfurt und Leipzig rollte, später an Bedeutung verlor, blieb ihr die Verwandlung in eine moderne Verkehrsader erspart. Für uns bedeutet das, daß wir hier autofrei in genußreicher Fahrt gut 15 km über die Höhe radeln und dabei die weite Aussicht genießen können.

Seitenanfang / Übersicht

 

Ronneburg

Nicht nur die markante Lage auf einem steilen Basaltkegel, sondern auch der Name läßt vermuten, daß schon in sehr viel früherer Zeit als die der erstmaligen Erwähnung 1231, hier eine Fluchtburg bestand, befestigt mit einem Palisadenzaun aus ,,Ronen", Baumstämmen.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Ronneburg von den Büdinger Grafen zu einem Refugium für Glaubensflüchtlinge erklärt. Zahlreiche aus Frankreich vertriebene Hugenottenfamilien fanden hier Asyl. Ab 1708 auch die aus Württemberg vertriebene Sekte der ,,Inspirierten". 1736 schließlich erlangte die Ronneburg fast so etwas wie Weltruhm, als der berühmte Prediger Graf von Zinzendorf mit seiner ,,Herrenhuter Brüdergemeine" einzog und die Burg zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort machte. Als es Zinzendorf nicht gelang, die ,,Inspirierten" in seine Gemeinschaft zu integrieren, verlegte er deren Sitz ins nahe Herrenhag (s. u.). Bis ins letzte Jahrhundert blieb die Ronneburg Zufluchtsort für ,,Unbehauste" (Sektierer, Juden und Zigeuner), verfiel dann allmählich und mußte schließlich wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Bald darauf wurde sie von der aufblühenden Wanderbewegung als beliebtes Ausflugsziel entdeckt. Frankfurter Zeitungen riefen zu ihrer Rettung auf, mit dem Ergebnis, daß die Ronneburg zu Pfingsten 1905 wieder geöffnet werden konnte.

Der als Museum zugängliche Teil der Burg gewährt Einblick in den Wohnsitz eines protestantischen Renaissance-Fürsten abseits der Residenz: Alte Wohngemächer, Küche, Rittersaal, Folterkammer, Deckenmalereien eines auch als Wilddieb bekannten Künstlers aus Gelnhausen, all dies hinterläßt einen bleibenden Eindruck. Außerdem informiert eine Ausstellung über die Entstehung von Burgen und stellt bekannte Beispiele im Modell vor.

Öffnungszeiten des Museums: 1.3.-30.11.: 10-17 (Mo. geschlossen); 1.12.-31.1. geschlossen; Februar Sa./So. Burgrestaurant und Café Mo./Di. Ruhetag (06048-7130).

http://hanauonline.de/sehensw/ronnebrg.html

Seitenanfang / Übersicht

 

Herrnhaag

Ein bißchen 18. Jahrhundert weht einem sofort entgegen, kaum daß man von der Straße abgebogen ist. Die Geschichte dieses denkwürdigen Ortes reicht freilich viel weiter zurück als in die Zeit des jungen Alten Fritz (,,Jeder soll nach seiner Facon selig werden"); sicher weiter noch als die erste urkundliche Nennung aus der Zeit des Bonifatius (750), die eine Basilika in einem "Hauc juxta Budtingen" erwähnt, einem nahe bei Büdingen gelegenen Haag. Später siedelten hier Zisterzienserinnen, dann ging der Boden in den Besitz der Büdinger Grafen über, die vor dem 30-jährigen Krieg in Herrnhaag ein landwirtschaftliches Mustergut einrichteten.

1738 kam Graf Zinzendorf mit seiner Herrnhuter Brüdergemeine von der Ronneburg hierher. Während des folgenden Jahrzehnts entstand eine Siedlung des Gott gefälligen Lebens, ein ausgeklügeltes, pietistisches Utopia - das freilich an der gottgegebenen Natur des Menschen zerbrach: 1753 setzten innerer Zwist und Konflikte mit der gräflichen Verwaltung dem Experiment ein Ende, dessen harter Kern sich zu Brüdergemeinden in aller Welt absetzte.

Von den einst über 20 Wohnhäusern sind nur die beiden großen Gebäude rechter Hand erhalten geblieben (außerdem ein Wirtschaftsgebäude linker Hand; die anderen Häuser sind jüngeren Datums). An einem von ihnen ist ein Plan der ursprünglichen Anlage angebracht, aus dem man gut eine Vorstellung von der einstigen Mustersiedlung gewinnen kann. 1960 kaufte ein Förderverein das Areal. In den beiden barocken Hauptgebäuden versucht heute die Societät Herrnhaag ein ökumenisches Konzept der Lebensgemeinschaft mit Menschen in Grenzsituationen zu verwirklichen.

Wenn man hinter den beiden Gebäuden rechts etwas hinuntergeht, trifft man auf den noch erhaltenen Teil des ehemaligen Friedhofs, auf dem zwischen 1736 und 1772 über 400 Mitglieder der Gemeine ihre letzte Ruhestätte fanden, darunter neben drei Kindern des Grafen Zinzendorf ein Armenier, eine Perserin sowie zwei Negerinnen und drei "Negerkinder"...

Website

Seitenanfang / Übersicht

 

Kloster Engelthal

Das ehemalige, 1268 gestiftete Zisterzienserinnenkloster stand unter Aufsicht von Kloster Arnsburg (Tour 12), wurde 1803 aufgehoben, und war dann bis 1961 ein weltliches Hofgut. Nachdem Erwerb durch das Bistum Mainz haben Benediktinerinnen das Anwesen wieder seiner klösterlichen Bestimmung zugeführt und aus Engelthal einen Hort der Stille und des Friedens gemacht. Das Gästehaus bietet Tage der Einkehr an.  Kloster Engelthal Die im Kern frühgotische, schlichte Klosterkirche enthält das Grabmal des Stifters Konrad von Büches. In der Barockzeit wurde die Kirche glanzvoller gestaltet, wovon z. B. das scheinarchitektonische Deckengemälde von 1730 zeugt und auch der Hochaltar mit prächtigern Holzaufbau. Von den alten Klostergebäuden an der Südseite der Kirche steht u.a. noch der ,,Lange Bau" von 1666 mit verputztem Fachwerkobergeschoß, der Nonnenbau aus der Mitte des 18. Jh., das Torhaus von 1740, Wirtschaftsbauten. Die im ganzen erhaltene Klostermauer wurde 1962 restauriert.

Website

Seitenanfang / Übersicht

 

Maria Sternbach

Das geheimnisumwobene Wallfahrtskirchlein ist eine der ältesten Kirchen Hessens! Genauer gesagt, sie ist Nachfolgebau einer der 778 erwähnten "Schottenkirchen" im Wetterau- und Vogelsberggebiet, allesamt Gründungen der ersten Kulturbringer nach den Römern, schottischer Mönche (s.a. den Ort Schotten).

Die Kirche, deren Langhaus noch aus dem 12. Jh. stammt, gehörte zu dem im 16. Jh. untergegangenen Dorf Sternbach. Bis heute finden jährliche Wallfahrten statt, daher der Freialtar mit dem Bild von Mariä Verkündigung an der Außenwand, davor die Kanzel von 1901.

 

Seitenanfang / Übersicht

 

Hofgut Wickstadt

Das von einer trutzigen Mauer umgürtete Gut gehörte bis zur Säkularisierung 1803 dem Kloster Arnsburg (s. Tour 12) und ist ein vorzügliches Beispiel einer Domänenanlage aus der Zeit kirchlichen Großagrariertums. Die heutige Bausubstanz gibt im Wesentlichen den Stand des 18. Jh. wieder. Das Herrenhaus präsentiert sich als rustikales Barockschlößchen, zu dem gut das Pfarrkirchlein St. Nikolaus paßt. Ältestes Bauwerk ist der "Pfortenturm" aus dem Anfang des 15. Jh., der älteste und zugleich besterhaltene Wehrspeicher Hessens!

Seitenanfang / Übersicht

 

 

Schloßpark Assenheim

An Wohn- und Wirtschaftsgebäuden aus der Biedermeierzeit vorbei radeln Sie in den schattigen Park, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch Heinrich Siesmeyer angelegt wurde, den meisten Frankfurtern von der nach ihm benannten Straße im Westend bekannt. Diese Ehre wurde ihm als Schöpfer der Parkanlagen des Palmengartens (1872-74) zuteil. Auch der Bad Nauheimer Kurpark (1855/56) ist sein Werk.

Außer dem Schloß von 1790 enthält der Park noch Reste der alten Burg, im Geschmack des 19. Jahrhunderts als künstliche Ruine erweitert.

 

Seitenanfang / Übersicht


Copyright (c) 2001-2008 by Stefan Etzel | Kontakt

   
Haftungsausschluss/Disclaimer