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Urflieger & -pferdchen

Frankfurt-Zeppelinheim - Langen - Grube Messel - Flugplatz Egelsbach - Walldorfer Badesee - Zeppelinheim

Diese ,,Himmel und Erde"-Tour südlich von Frankfurt entführt sowohl ins Reich der Lüfte wie der Erdgeschichte! Im Zeppelinmuseum gewinnen Sie zunächst einen Eindruck von der frühesten und vielleicht schönsten Art des Passagierfluges und radeln dann südwärts nach Messel, wo Sie einen 50 Millionen Jahre weiten Blick zurück in jene Epoche werfen können, als das Urpferdchen hier die Gegend bevölkerte - Vorfahr des ersten Landverkehrsmittels, das der Mensch sich untertan machte... Wer Lust darauf verspürt, kann sich die erradelte Landschaft dann noch aus der Vogelperspektive anschauen und/oder in den Fluten des Walldorfer Badesees über weitere urtümpliche Perspektiven sinnieren...

 

Start & Ziel: Bahnhof Frankfurt-Zeppelinheim
Streckenlänge: 39 km
Streckencharakter: ebene Feld- und Waldwege guter Qualität
Sehenswürdigkeiten: Zeppelinmuseum; Museum Messel
Einkehrmöglichkeiten: außerhalb der Ortschaften: vor Egelsbach: "Im alten Forsthaus"; Flugplatz Egelsbach: ,,Pferdetränke" oder Flughafenrestaurant.

 

Zeppelinmuseum

Das Zeppelinmuseum >>> WebsiteWie der Name ja schon vermuten läßt, ist Zeppelinheim in unmittelbarem Zusammenhang mit der Luftschiffahrt entstanden und wurde 1936 als Wohnsiedlung für Personal der auf dem benachbarten Rhein-Main-Flughafen stationierten Deutschen Zeppelin-Reederei gegründet.

An die kurze Glanz & Gloria-Zeit der Siedlung erinnert heute nur noch das Zeppelinmuseum, dessen halbrundes, bis zum Boden reichendes Dach und die Außenfassade dem Rumpf eines Luftschiffs nachempfunden sind. Neben einer Fotodokumentation erinnern zahlreiche Modelle und Originalexponate an die Pionierzeit des transkontinentalen Passagierfluges, der bis Ende der 30er Jahre ganz von der Luftschiffahrt geprägt war. Eine der Attraktionen ist die ausschnittsweise Nachbildung des Promenadendecks des Luftschiffs "Hindenburg" in Originalgräße, aus dem der Blick auf Rio de Janeiro fällt, als sei man höchstpersönlich an Bord der fliegenden Zigarre. Versäumen Sie nicht, um die Vorführung des 15-minütigen Videofilms mit Originalaufnahmen aus der Ära der Zeppelinfahrt zu bitten. Öffnungszeiten: Fr 13-17 || Sa./So. 10-17 Uhr (Gruppen nach Vereinbarung, Tel. 069/694390 od. 692214)

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Fossilien- und Heimatmuseum Messel

Grube Messel Kaum zu fassen: "Praktisch" denkender Beamtengeist wollte in den 80er Jahren die Grube Messel in eine Mülldeponie verwandeln! Nur mit Mühe und buchstäblich in letzter Minute konnte dies verhindert und damit eine der bedeutendsten Fossilienfundstätten der Erde erhalten werden, die nun in die Unesco-Liste des zu schützenden Welterbes der Menschheit aufgenommen werden soll. Die Grube selbst ist für die Öffentlichkeit gesperrt (Führungen s.u.), aber im Messeler Museum erhält man einen hervorragenden Eindruck von ihrer Bedeutung.

Vor rund 50 Millionen Jahren entstand mit dem Absinken des Rheingrabens im Bereich der heutigen Grube Messel eine tektonische Senke, die sich mit Wasser füllte. Zu dieser Zeit herrschten hier tropisch-subtropische Klimaverhältnisse, weil unser Gebiet aufgrund von Erdkrustenverschiebungen 10 Grad südlicher lag - etwa dort, wo sich heute Neapel befindet! Das warme Klima begünstigte die Massenentwicklung von Algen im Messeler See, die nach ihrem Absterben auf dessen Grund sanken und dort eine weiche Schlammschicht bildeten. In diese wurden absinkende Kadaver eingebettet, die nur unvollständig verwesten, weil in den tieferen Schichten des Sees kein Sauerstoff mehr vorhanden war. Eingeschwemmte Sande und Tone verdichteten das Sediment allmählich zu einem weichen Tongestein (Ölschiefer) von bis zu 190 m Mächtigkeit, in welchem die mitversteinerten Fossilien perfekt bewahrt wurden. Zwischen 1884 und 1963 wurde der Ölschiefer abgebaut und in einer Schwelerei vor Ort zu Diesel, Benzin, Paraffin, Düngemittel u.a. aufbereitet.

Von Anfang an wurden fossile Versteinerungen gefunden, doch sie zerfielen beim Austrocknen des wasserhaltigen Gesteins. Um 1950 gelang die Konservierung mittels einer gipsartigen Masse. In den frühen 70er Jahren wurde eine Kunstharztechnik entwickelt, durch die schauträchtige Ausstellungsstücke gewonnen werden konnten. Das machte die Grube auch unter Laien bekannt. Zugleich wurde durch das Ende des industriellen Abbaus paläontologisches Arbeiten in größerem Umfang möglich. Die Grube Messel stieg endgültig in den Rang einer der vier weltweit bedeutendsten Fossilienfundstätten auf.

Berühmt wurde Messel durch seine Urpferdchen: Nicht nur die hohe Zahl von ca. 70 versteinerten Ururahnen unserer heutigen Pferde ist einzigartig, die eigentliche Sensation war, daß viele Tiere derart gut erhalten waren, daß sich sogar die Mageninhalte noch analysieren ließen! So erfuhr man, daß die etwa hundsgroßen Urrösser Laubfresser waren. Neben zahlreichen Versteinerungen der verschiedensten Tierarten zeigt das Museum ein Modell der damaligen Urlandschaft. Versäumen Sie auch nicht, sich den hochinteressanten Videofilm ,,Als Deutschland am Äquator lag" zeigen zu lassen.

Öffnungszeiten: ganzjährig: So 10-12 Uhr 1.5.-31.10.: Di-So 14-17 Uhr 1.11.-30.4.: Sa/So 14-16 Uhr.

Ein Besuch der Grube Messel mit Führung kann telefonisch vereinbart werden mit: Heimatmuseum Messel, Tel. 06159-71570 od. 5119 (Frau Höllwarth) Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Tel. 06151/16-5703

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Grube Messel